
Eine Premiere für die hoppelnden Möhrchenkauer des dortigen Männerballetts und zugleich Höhepunkt dreier vergnüglicher Stunden. Die Gäste konnten sich zu Beginn erst einmal über einen Faschingskrapfen und einen heißen Kaffee freuen. Bei den klirrenden Außentemperaturen war Letzterer für die aus dem ganzen Landkreis mit Bussen und Privatautos angereisten Besuchern eine willkommene Begrüßung.
In der Halle kletterten die Temperaturen dann schnell nach oben. Dafür sorgten natürlich die knapp 200 Aktiven, die sich aus neun Faschingsgesellschaften aus dem ganzen Landkreis rekrutierten und für „ein Mammutprogramm“ sorgten, wie Moderator Egon Reinhard betonte. Der Ehrenpräsident der Gredonia-Narren setzte als Conférencier auf die humorvolle Kraft seiner Worte und verzichtete auf eine Kostümierung. Ganz im Gegensatz zur kommunalen Politriege. Standesgerecht erschien Landrat Herbert Eckstein als Sheriff und auch Stellvertreterin Hannedore Nowotny liebäugelte mit dem Wilden Westen. Als „Calamity Jane“ mutierte die Pazifistin plötzlich zur Revolverheldin.
Ihre beiden Amtskollegen liebten es eher romantisch und verspielt: Walter Schnell übte sich als „Romeo“ und Max Netter setzte auf glitzerndes Blau. Den ersten Preis für die schönste Maske unter den Politikern konnte Eckstein aber Markus Mahl überreichen: Er erschien im Kostüm des Hilpoltsteiner Bürgermeisters, zauberte aber gerade noch rechtzeitig eine Pappnase aus dem Ärmel.
Auch ein Geburtstagskind gab es zu feiern: Mathilde Franz aus Weinsfeld wurde am Tage des Seniorenfaschings 82 Jahre alt und bekam ein Ständchen gesungen von ihrem 90-jährigen Ehemann Erwin, dem personifizierten Dreh- und Angelpunkt des Weinsfelder Faschings. Er war einer von diesmal ungewöhnlich vielen Herren der Schöpfung, die dieses Jahr nach Abenberg fanden. So zumindest die Wahrnehmung des Landrats Herbert Eckstein. „Letztes Jahr waren es noch zwei Männer – heute sind es 200“, sagte er.
Die Quote enorm nach oben geschraubt hat dabei das besagte Thalmässinger Männerballett. Angesichts seines Auftritts wäre wohl auch ein Bugs Bunny schier vor Neid geplatzt. „Häschen hüpf!“ musste man diesen akrobatischen Langohren nicht zweimal sagen. Als Rapper mit Möhren als Mikros wussten sie ebenso zu begeistern wie mit einem improvisierten Stummelschwänzchensolo. Eine Zugabe durfte hier natürlich nicht fehlen.
Des Moderators Frage an Thalmässings Bürgermeister Georg Küttinger, ob er sich denn als „alter Hase“ der Gruppe nicht anschließenmöchte, blieb unbeantwortet. Trotzdem bildete der Auftritt der hopsenden Tierchen den krönenden Abschluss des Programmreigens aus insgesamt zwei Dutzend Aufführungen.
Die Showtanzgruppe „Crazy Chickens“ aus den Reihen der Obermässinger „Fosnatniegl“ wusste dabei ebenso zu begeistern wie die Juniorengarde der Gredonia aus Greding. Der Rother Carnevalsverein entsandte sogar seine Prinzengarde zum Seniorenfasching. Beim Prinzenwalzer hingegen standen dann gar fünf Tollitätenpaare aus dem gesamten Landkreis auf der Bühne.
Groß umjubelt wurden natürlich auch die Abenberger Hexen als Lokalmatadorinnen – ebenso wie ihre Kolleginnen aus Allersberg. Tanzmariechen und diverse Garden gab es in Hülle und Fülle zu bewundern, auch artistische Einlagen wie die der Schwander „Majoretten“ kamen sehr gut an.
Der Faschingsverein Meckenhausen beschwor mit einer Choreographie zu „Peter Pan“ die ewige Jugend und Grünweiß Wendelstein schickte gleich zwei Showgruppen ins Rennen: Die Bambinos rockten zum Thema „Zirkus“ und die Heartbreakers entführten gar in den Weltraum. Wieder in Abenberg gelandet, verwöhnte „Goldi“ aus Georgensgmünd mit Gute-Laune-Schlagern und ließ den Saal noch einmal ordentlich beben.
Text: Jürgen Leykamm, Hilpoltsteiner Kurier
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